|
*21. Januar 1956 in Konstanz. Kindheit und Schulzeit in Überlingen. Während der Gymnasialzeit Zusatzunterricht und
Förderung durch Barbara Michel-Jaegerhuber. Es entstand der Wunsch nach einem Beruf im Bereich der Bildenden Kunst. Lehre als Vergolder und Fassmaler in den Restaurierwerkstätten von Gustav Radewald,
Überlingen und Konservator Joseph Lutz, Leutkirch/Allg. Gesellenprüfung 1978. Schulungszentrum der Innung in Augsburg. Anstellung im Atelier Radewald Überlingen, Leitung der Werkstatt. 1985
Übernahme dieses Unternehmens, später Umbenennung in Atelier Buckenmaier. „Schon in meiner Lehrzeit bemerkte ich,
dass die Erhaltung und fachgerechte Präsentation von Kunstwerken eine Aufgabe ist, die mich ganz ausfüllt. Es fiel mir nicht schwer, die zunächst beabsichtigte Entwicklung als Maler hinten an zu stellen.“
„Die kunsthandwerkliche Gestaltung von Bilderrahmen betrachtete ich nie als bloßen „Broterwerb“, sondern als künstlerische Herausforderung“. Gute Bilderrahmen
sind einerseits eine vorbeugende, konservatorische Maßnahme, andererseits auch eine ästhetische, den Sinngehalt des Kunstwerkes unterstreichende Form der Präsentation. Wenn ich auf Stil, Farben, Strukturen und Proportionen eines Gemäldes bei der Rahmengestaltung eingehe, ist meine künstlerische Arbeit ähnlich der eines
„Begleitpianisten“: Auch er muss sich dem künstlerischen Ausdruck des „Solisten“ unterordnen, wozu viel Einfühlungsvermögen notwendig ist; gleichzeitig muss er technisch versiert sein, Präsenz zeigen, wo nötig
unterstützend eingreifen und sich im nächsten Moment zurücknehmen. Die Gesamtkonzeption mitgestalten, ohne aufzufallen! Das ist auch meine Aufgabe beim Entwerfen und Ausführen von Bilderrahmen. Meine Kenntnisse
als Vergolder eröffnen mir dazu die Möglichkeiten. Wenn ich mal Zeit zum Malen
habe, entstehen immer Landschaften. Warum? Wer seinen Beruf überwiegend im Atelier bei standardisiertem Kunstlicht ausübt, hat offensichtlich ein
Bedürfnis nach Naturerlebnis.Eine Landschaft zu malen, ist für mich die konzentrierteste Form des Landschaftserlebnisses. Es hat fast meditativen Charakter und verdichtet vielfältige Eindrücke, was in dieser
Intensität nur schwer mit modernen Techniken wie z. B. der Fotografie erreichbar ist, hier oft nur durch digitale Nachbearbeitung. Die Erlebnisse beim Malvorgang sind es, was mich interessiert, nicht
die Schaffung eines Urlaubssouveniers, nicht das Konservieren eines schönen Moments. (Hierfür reichen Fotos ohne künstlerischen Anspruch aus). Absichtliche Verfremdung und Abstraktion lenken von dieser Form der
Landschaftserfahrung ab. Das wäre ein weiterer Schritt, der bei mir unterbleibt, weil er ein zusätzliches Konzept erforderte. Die an historischen Gemälden geschulte Malweise des Restaurators in
Kombination mit den „schönen“ Landschaftsmotiven wirkt bisweilen „fürchterlich idyllisch“. Das wird oft noch durch die historisierenden Rahmen unterstützt - und ist Absicht, wie der Bruch der Idylle durch
Verkehrszeichen, Kondensstreifen am Himmel, etc. Meine Landschaften sind auch nie Natur pur, sondern immer von Menschen gestaltete Kulturlandschaft mit eingesprengten Bauwerken. Menschen treten aber nie, nicht
einmal als Staffagefigürchen auf. Warum????Man kann nicht für alles sofort eine Erklärung liefern ! |